Ausfertigung des Vertrages oder einer Urkunde

Die Urschrift der bei der Beurkundung vorgelesenen und unterzeichneten Urkunde verbleibt in der Urkundensammlung des Notars (ausgenommen Testamente und Erbverträge). Um die Urkunde mit den darin enthaltenen Anträgen gleichwohl dem Grundbuchamt vorlegen zu können, fertigt der Notar von der Urschrift eine Ausfertigung. Sie ersetzt die Urschrift im Rechtsverkehr (§ 47 BeurkG). Nur die Ausfertigung hat, wenn es auf die Vorlegung der Urkunde ankommt, dieselbe Wirkung wie die Urschrift. Das ist insbesondere für Vollmachtsurkunden von Bedeutung (§§ 172, 173 BGB). Von der Ausfertigung zu unterscheiden ist diem „beglaubigte Abschrift““ oder „beglaubigte Ablichtung“. Trotz ihrer notariellen Beglaubigung bleibt sie eine Abschrift bzw. Ablichtung ohne die Erklärungswirkung, die nur die Ausfertigung hat. Deshalb z. B. ist die notarielle Annahmeerklärung zu einem Vertragsangebot dem anderen Vertragspartner (Anbieter) erst dann im Rechtssinne zugegangen, wenn ihm eine Ausfertigung der Annahmeerklärung zugegangen ist. Der Zugang einer beglaubigten Ablichtung reicht nicht. Ausfertigungen werden durchnumeriert.

Der Notar vermerkt auf der bei ihm verbleibenden Urschrift, wem er Ausfertigungen erteilt hat. Auch auf der Ausfertigung wird vermerkt, wem sie erteilt wurde. Insbesondere für vollstreckbare Ausfertigungen notarieller Schuldurkunden ist dies von Bedeutung.

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