Immobilienpreise

IVD Deutschlandtrends
Preise für Wohneigentum steigen erneut stärker als im Vorjahr
Kleinere und mittlere Städte holen auf
In Metropolen steigt die Nachfrage nach Neubau
Familien mit mittleren Einkommen müssen stärker gefördert werden

Ein überwiegend geringes Angebot trifft auf eine anhaltend hohe Nachfrage. In nahezu allen Teilmärkten des Berliner Immobilienmarktes sind deshalb die Preise im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Oftmals interessieren sich mehrere potenzielle Mieter oder Käufer für ein Objekt und nicht selten entscheiden die besseren finanziellen Möglichkeiten über den finalen Zuschlag. Die größten Preissprünge sind im Segment der Eigentumswohnungen zu verzeichnen. Aber auch bei den Baugrundstücken zur Einfamilienhausbebauung sowie bei freistehenden Ein- und Zweifamilienhäusern ging es mitunter deutlich nach oben. Besonders Familien oder Hauptstädter mit durchschnittlichem Einkommen und geringem Eigenkapital richten ihren Fokus deshalb verstärkt auf das Berliner Umland, damit sie sich ihren Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen können.

Die Wohneigentumspreise sind 2017 erneut gestiegen. Das zeigt der „Deutschlandtrend Wohneigentum 2017“ des Immobilienverbandes IVD. Die jährliche Auswertung des IVD belegt, dass Wohneigentum (Bestand, mittlerer Wohnwert) im Deutschland-Mittel erneut um mehr als sechs Prozent teurer wurde: Die Verkaufspreise des zweiten und dritten Quartals 2017 weisen einen Preisanstieg von 6,56 Prozent aus. 2016 lag die Preissteigerung für Eigentumswohnungen im Bestand mit mittlerem Wohnwert bei 6,03 Prozent gegenüber dem Vorjahr, 2015 noch bei knapp fünf Prozent.

„Der Trend zu höheren Kaufpreisen ist seit 2010 ungebrochen. Der Grund ist nach wie vor die Wohnraumknappheit. Die neue Bundesregierung muss reagieren und die Förderung von Wohneigentum wieder in ihr Blickfeld rücken. Nach zehn Jahren reiner Mietenpolitik ist es endlich an der Zeit, den Erwerb von Wohneigentum zu unterstützen“, erklärt Jürgen Michael Schick, Präsident des IVD.

 

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Eigentumswohnungen: Hohe Preisdynamik hält an – kleinere und mittlere Städte holen auf
Anders als im Vorjahr hat die Preisdynamik im Bestand in den Metropolen jedoch nachgelassen. Betrug sie in den Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern 2016 noch 9,71 Prozent, hat sich das Wachstum 2017 auf 7,75 Prozent verringert und bewegt sich nun wieder auf dem Niveau von 2015. In den Großstädten mit 250.000 bis 500.000 Einwohnern stagnierte das Preiswachstum in diesem Jahr, allerdings ebenfalls nach einem kräftigen Anstieg im Vorjahr. In allen anderen Städteklassen hat das Preiswachstum dagegen zugelegt. Insbesondere in den kleineren und mittleren Städten ist ein stärkerer Anstieg zu verzeichnen. Trends: Großstädte mit Preiswachstum auf einem sehr hohen Niveau, jedoch nicht grenzenlos nach oben. Kleine und mittlere Städte noch mit Luft nach oben, stärkere Preisdynamik.

 

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In Metropolen ist Neubau gefragt
Im Neubau zeigt sich ein anderer Trend: Vor allem die kleineren Großstädte und die Metropolen zeichnen sich durch eine erhöhte Preisdynamik aus. Im Neubau (mittlerer Wohnwert) sind die Preise in den Metropolen mit einem Plus von 8,15 Prozent in diesem Jahr stärker gestiegen als im Bestand.

„In den Ballungsregionen klafft eine enorme Lücke zwischen Angebot und Nachfrage, wodurch ein Wohnraummangel herrscht, der die Kaufpreise in die Höhe treibt. Zu lösen ist dieses Problem nicht durch Regulierungen wie die Mietpreisbremse, sondern ausschließlich durch ein größeres Angebot an bezahlbarem Wohneigentum und bezahlbaren Mietwohnungen. Das kann nur erreicht werden, wenn sich die Bedingungen für private Investoren verbessern – denn diese tragen den weitaus größten Anteil an der Entstehung von neuem Wohnraum“, kommentiert Schick.

 

Das Einfamilienhaus: Ideal für Selbstnutzer
Die Kaufpreise für Einfamilienhäuser sind 2017 erneut stärker gestiegen als im Vorjahr. Im mittleren Segment stiegen die Preise im Schnitt 5,44 Prozent. 2016 betrug das Preiswachstum deutschlandweit noch 4,28 Prozent. Die nach wie vor sehr günstigen Zinsbedingungen und steigenden Löhne versetzen immer mehr Haushalte in die Lage, sich ein Eigenheim zuzulegen. Gerade für Familien ist das Einfamilienhaus als Wohnform oft attraktiver als die Eigentumswohnung, da es in der Regel über mehr Wohnfläche und einen Garten verfügt. Am stärksten sind die Preise (mittlerer Wohnwert) in diesem Jahr in den Städten mit 100.000 bis 250.000 Einwohnern (um 7,46 Prozent) sowie in den Metropolen (um 8,56 Prozent) gestiegen. Einzig in den Städten mit 250.000 bis 500.000 Einwohnern und in den Kleinstädten lässt sich ein Rückgang des Preiswachstums feststellen.

 

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Reihenhäuser: Die Preisdynamik beschleunigt sich
Das Reihenhaus ist für Eigenheimerwerber weiterhin eine günstige Alternative zum Einfamilienhaus. Mit rund 187.000 Euro liegt der durchschnittliche Kaufpreis für ein Reihenhaus mit mittlerem Wohnwert rund 20 Prozent unter dem Preis für ein Einfamilienhaus (rund 233.000 Euro).
Jedoch sind die Preise in diesem Jahr ein wenig schneller gestiegen als die für Einfamilienhäuser. So verteuerte sich ein Reihenhaus mit mittlerem Wohnwert 2017 im Schnitt um 5,96 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 4,64 Prozent. Insbesondere in den Metropolen ist mit 8,55 Prozent ein starker Preisanstieg zu verzeichnen. Leipzig sticht am deutlichsten vor, dort müssen Käufer 23,53 Prozent mehr zahlen als im Vorjahr.

 

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Baugrundstücke: Der Preisdruck wird immer größer
Der Anstieg der Baugrundstückspreise hat sich 2017 in fast allen Städteklassen gegenüber dem Vorjahr noch einmal beschleunigt. Deutschlandweit sind Baugrundstücke in normaler Wohnlage um 6,11 Prozent teurer geworden, im Vorjahr betrug der Anstieg noch 4,95 Prozent.

Auffällig ist insbesondere das zweistellige Preiswachstum in den Metropolen. In Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern haben die Preise für Baugrundstücke in normaler Wohnlage um 10,13 Prozent zugelegt und in guter Wohnlage um 12,18 Prozent. Auch in den etwas kleineren Großstädten mit 250.000 bis 500.000 Einwohnern sind die Baugrundstücke um knapp zehn Prozent teurer geworden. Der enorme Mangel an freien Bauflächen in den Großstädten führt zu dieser beschleunigten Dynamik.

„Eine breitere Ausweisung von Bauland ist dringend nötig“, unterstreicht Schick. „Die Grundstücksreserven der Kommunen müssen mobilisiert werden – bei kontinuierlich steigenden Grundstückpreisen kann die eine oder andere Kommune damit ein gutes Plus erwirtschaften. Aber auch eine Beschleunigung der Baugenehmigungsverfahren und mehr Flexibilität beim Thema Nachverdichtung in den Innenstädten sind notwendig, damit innerstädtische Wohnprojekte nicht in den Mühlen der Bürokratie versanden.“

Unter den Metropolen verzeichnet Berlin den größten Preissprung. Die Baugrundstücke in normaler Wohnlage haben sich um 25 Prozent verteuert, die in guter Wohnlage um 39,71 Prozent. Dennoch sind unter den sieben einwohnerstärksten Städten Deutschlands noch immer die Grundstücke in Berlin am günstigsten.

 

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Mit der Veröffentlichung des „IVD Deutschlandtrends Wohneigentum 2017“ unterstreicht IVD-Präsident Jürgen Michael Schick die Bedeutung von Wohneigentum. „Es gibt derzeit keine bessere Altersvorsorge als die eigene Wohnung oder Immobilie. Wer eine Eigentumswohnung kauft, entspannt den Wohnungsmarkt. Viele Haushalte in Deutschland wären insbesondere angesichts der historisch günstigen Zinsen zwar in der Lage, eine Immobilienfinanzierung zu bedienen, jedoch haben sie Mühe, das beim Wohnungskauf geforderte Eigenkapital anzusparen. Genau da muss die Politik ansetzen und mit einem monetären Zuschuss unterstützen“, so Schick. Die Union mit „Baukindergeld“ und die SPD mit „Familienbaugeld“ hätten gute Ansätze in ihren Wahlprogrammen.

Wichtig sei dem IVD dabei, dass Haushalte mit mittlerem Einkommen auch die Möglichkeit haben sollen, Wohneigentum zu bilden. Deshalb müssten sie beim Eigenkapital unterstützt werden. „Der IVD schlägt vor, Familien mit einer Eigenkapitalergänzung von 10.000 Euro pro Kind (und flächendeckend) zu fördern. Die Familien sollten zudem eine Finanzierungssicherheit bei einer Laufzeit ihrer Kredite über 25 bis 30 Jahre und Sicherheit über einen möglichen Ausfallfonds bekommen“, fordert Schick.

Der IVD-Präsident macht zudem auf das „größte Hindernis beim Erwerb von Wohneigentum“ aufmerksam: die Grunderwerbsteuer. „2006 bundesweit noch bei 3,5 Prozent gelegen, ist sie seither in fast ganz Deutschland deutlich angehoben worden. Hauskäufer in fünf Bundesländern müssen bereits 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer zahlen. Eine Wohnung, die beispielsweise 300.000 Euro kostet, wird dadurch um knapp 20.000 Euro teurer. Die Senkung des Steuersatzes bundesweit auf 3,5 Prozent oder auch ein Freibetrag für Erstkäufer würde nicht nur die Kaufnebenkosten senken und den Immobilienerwerb erleichtern, sondern hätte außerdem Symbolkraft. Die Politik würde damit zeigen, dass ihr die Eigentumsförderung tatsächlich wichtig ist“, so Schick abschließend.

Zur Datenerhebung
Im IVD Deutschlandtrend Wohneigentum 2017 wird die Entwicklung des Immobilienmarktes in ca. 370 Städten der Bundes-republik erfasst. Grundlage für die Preisangaben bilden aktuelle Verkaufspreise im 2./3. Quartal des Jahres 2017. Die Preise sind von den Marktberichterstattern des IVD übermittelt worden. Nach Sammlung der Preisdaten werden diese aufbereitet und zusammengefasst.

Die Preise für Einfamilienhäuser, Reihenhäuser, Eigentumswohnungen und Wohnungsmieten werden nach ihrem Wohnwert erfasst. Einfacher Wohnwert: Nicht modernisiertes, jedoch instand gehaltenes Altobjekt, Lage in gemischt genutztem Gebiet (Mischgebiet) mit alter Bausubstanz, einfache Ausstattung, z.B. Typ „Siedlungshaus“. Bei EFH: Wohnfläche ca. 100 m2 Mittlerer Wohnwert: Objekt, das in Bausubstanz und Ausstattung einem durchschnittlichen „Standard“ entspricht und sich in einem allgemeinen Wohngebiet befindet. Bei EFH: Wohnfläche ca. 125 m2 Alle Preisangaben der Marktberichterstatter sind aktuelle Schwerpunktpreise. Quelle: https://ivd.net/2017/09/preise-fuer-wohneigentum-steigen-erneut-staerker-als-im-vorjahr/

 


Damals war es: Wohneigentum Stand November 2015
27.11.2015
Ein überwiegend geringes Angebot trifft auf eine anhaltend hohe Nachfrage. In nahezu allen Teilmärkten des Berliner Immobilienmarktes sind deshalb die Preise im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Oftmals interessieren sich mehrere potenzielle Mieter oder Käufer für ein Objekt und nicht selten entscheiden die besseren finanziellen Möglichkeiten über den finalen Zuschlag. Die größten Preissprünge sind im Segment der Eigentumswohnungen zu verzeichnen. Aber auch bei den Baugrundstücken zur Einfamilienhausbebauung sowie bei freistehenden Ein- und Zweifamilienhäusern ging es mitunter deutlich nach oben. Besonders Familien oder Hauptstädter mit durchschnittlichem Einkommen und geringem Eigenkapital richten ihren Fokus deshalb verstärkt auf das Berliner Umland, damit sie sich ihren Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen können.

Dies geht aus dem heute (26. November 2015) veröffentlichten Immobilienpreisservice des IVD Berlin-Brandenburg hervor. Das aktuelle Zahlenwerk untersucht detailliert die wichtigsten Immobilienteilmärkte der zwölf Berliner Bezirke sowie die kreisfreien Städte Brandenburgs und basiert ausschließlich auf tatsächlich erzielten Miet- und Kaufpreisen für Wohn- und Gewerbeimmobilien in der Metropolregion Berlin-Brandenburg.

„Berlin braucht dringend mehr Neubau. Einen anderen Schluss kann man aus den nun vorliegenden und wenig überraschenden Zahlen des Immobilienpreisservice nicht ziehen“, sagt Dirk Wohltorf, Vorstandsvorsitzender des Immobilienverbandes Berlin-Brandenburg und erläutert: „Aktuelle Prognosen gehen in diesem Jahr von mehr als 80.000 Neu-Berlinern aus. Aufgrund der anhaltend hohen Flüchtlingszahlen, die hierbei noch nicht erfasst sind, dürfte sich der tatsächliche Zuzug in die Hauptstadt wohl eher im sechsstelligen Bereich bewegen. Was das für die Nachfrage und somit auch für die Preise auf dem Immobilienmarkt in den kommenden Jahren bedeutet, dürfte jedem klar sein. Zugereiste und Alt-Eingesessene entdecken deshalb das Wohneigentum als Absicherung gegen steigende Mieten im Alter für sich und sorgen so für einen Nachfrageüberhang und steigende Preise.“

Trotz dieser Tendenz sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Immobilienkauf
nach wie vor sehr günstig. Die anhaltend niedrigen Kreditzinsen machen eine Finanzierung attraktiv. Zudem weist der Verband darauf hin, dass der Immobilienkauf in den kommenden Jahren nicht billiger wird. Wohltorf: „Betrachtet man den Zeitraum, in dem die Kaufpreise in Berlin nach oben gehen, erkennt man, dass dies nicht das Ende der Wachstumskurve sein wird. Wir befinden uns aktuell nominal in etwa auf dem Preisniveau Mitte der 1990er Jahre. Das heißt, unter Berücksichtigung der Inflation liegen wir trotz der starken Nachfrage und der politisch geförderten Angebotsverknappung noch auf einem deutlich niedrigeren Preisniveau als vor 20 Jahren. Wer also noch fündig wird und jetzt kaufen kann, der sollte das tun. Ein Ende der Preissteigerungen sehen wir beim Wohneigentumserwerb in nachgefragten Lagen nicht. Dafür fehlen vor allem auch die politischen Rahmenbedingungen. Kappungsgrennverordnung, Mietpreisbremse, Umwandlungsverbot – egal, was sich der Berliner Senat noch einfallen lässt – neuen Wohnraum und damit eine Entlastung des Marktes schafft man so nicht. Verantwortungsvolle Politik heißt auch, gemachte Fehler einzugestehen und nun endlich den Wohnungsbau durch attraktive und vor allem flexible Regelungen anzukurbeln.“

Preissprung bei Eigentumswohnungen
„Der beste Schutz vor steigenden Mieten ist der Besitz von Wohneigentum. Diese Erkenntnis setzt sich auch in der traditionellen Mieterstadt Berlin immer mehr durch“, schlussfolgert Katja Giller, Vorsitzendes Mitglied des IVD-Wertermittlungsausschusses und verweist auf die hohe Nachfrage und die daraus resultierenden Preissteigerungen bei den Eigentumswohnungen. In den Standardwohnlagen kletterten die Preise durchschnittlich um 12,1 Prozent auf 1.850 €/qm und um 13,6 Prozent auf 2.500 €/qm in den Vorzugswohnlagen. Da dieser Marktbereich allerdings mehrheitlich durch neugebaute Objekte beziehungsweise durch den Erstbezug nach einer Sanierung geprägt ist, müssen die Käufer teilweise wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Aufgrund starker Anstiege der Bodenpreise sowie der Baukosten verlangen die Verkäufer im Schnitt 3.200 €/qm in Standard- und 4.000 €/qm in Vorzugswohnlagen. Dieser Aufwärtstrend zeigt sich im Übrigen auch bei den Bestandswohnungen.

Einen regelrechten Run erlebte im aktuellen Betrachtungszeitraum des Immobilienpreisservice der Bezirk Mitte. In den Standardlagen verteuerten sich die Preise um 29,7 Prozent auf nun 2.400 €/qm. 37,5 Prozent ging es in den Vorzugswohnlagen nach oben, in denen jetzt bis zu 3.300 €/qm gezahlt werden müssen. Damit ist der Bezirk Mitte Berlins Spitzenreiter in diesem Marktsegment und setzt sich vor Charlottenburg-Wilmersdorf, wo der Quadratmeter Wohneigentum je nach Lage 2.300 € beziehungsweise 3.200 € kostet. Giller: „Die zentralen, innerstädtischen Lagen werden am stärksten nachgefragt. Bezirke wie Friedrichshain-Kreuzberg, Steglitz-Zehlendorf und Pankow erfreuen sich ebenfalls wachsender Beliebtheit. Die konsequente Entwicklung dieser Stadtteile wird in naher Zukunft zu weiteren Preisanstiegen führen.“

Kaufpreise für Häuser auf dem Weg nach oben
Durchschnittlich 290.000 € in Standardwohnlagen beziehungsweise 390.000€ in Vorzugswohnlagen müssen die Berliner für ein freistehendes Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 130 Quadratmetern bezahlen. Damit kennen in diesem Jahr die Kaufpreise für Häuser ausschließlich den steilen Weg nach oben. Verzeichneten die IVD-Experten im vergangenen Jahr noch moderate Preissteigerungen von durchschnittlich vier Prozent erhöhten sich die Kaufpreise im aktuellen Betrachtungszeitraum je nach Lage um 7,4 beziehungsweise 8,3 Prozent. Den geringsten Zuwachs (+2,7 Prozent) weist die Vorzugslage von Reinickendorf auf, wo ein Einfamilienhaus bis zu 380.000 € kostet. Im Vergleich dazu investieren die Käufer in Charlottenburg-Wilmersdorf für ein vergleichbares Objekt bis zu 700.000 € (+16,7 Prozent), was gleichzeitig der Höchstwert in Berlin ist.

Die Preissteigerungen gelten aber nicht nur für die Vorzugswohnlagen, sondern sind
eine allgemeine Tendenz in allen Lagen und Bezirken. Berliner, die weniger Geld für das eigene Heim investieren möchten, richten daher ihren Fokus eher nach Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf oder auch Treptow-Köpenick. Je nach Wohnlagen tendieren hier die Preise zwischen 225.000 € bis zu 300.000 € für ein Einfamilienhaus.

Baugrundstücke in BER-Nähe beliebt
Der noch nicht feststehende Termin zur Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER wirft bereits seine Schatten voraus. Vor allem die Stadtteile in der Nähe, die in naher Zukunft von der guten Anbindung an den BER profitieren werden, sowie auch das angrenzende Umland finden offensichtlich den Zuspruch zukünftiger Hausbauer. Aus diesem Grund wird Bauland in den Vorzugslagen von Neukölln deutlich teurer. Mit dem größten Preisanstieg in der Hauptstadt von 35 Prozent auf nun 250 €/qm ist der Bezirk zwar noch vergleichsweise günstig, schließt aber zum durchschnittlichen Berliner Preisniveau auf. In Standardwohnlagen sind die Preise um rund 16 Prozent auf 240 €/qm und in Vorzugslagen um rund 24 Prozent auf 430 €/qm gestiegen. Generell gilt: Wer auf der Suche nach Bauland ist, wird vor allem in den Vorzugslagen des westlichen Stadtgebietes kaum noch Angebote finden. „Hinzu kommt, dass viele Grundstücke aufgrund der großen Nachfrage gar nicht mehr inseriert werden, sondern mittels geführter Wartelisten der Makler bereits im Vorfeld zur Veräußerung kommen. Mitunter müssen also zukünftige Hausbauer einen langen Atem haben und vorausschauend agieren. Denn trotz aktuell günstiger Kreditzinsen braucht es ausreichend Eigenkapital, um selbst zu bauen“, resümiert Katja Giller.

Kapitalanlageimmobilien in Berlin weiterhin international begehrt
Die Hauptstadt bleibt bei internationalen Investoren ein begehrter Standort. Da nach Ansicht von Experten andere europäische Metropolen deutlich überteuert sind, rechnet man in Berlin trotz der aktuellen deutlichen Preiszuschläge mit einer positiven Entwicklung der Investments. Das lässt auch in diesem Segment die Preise steigen, die sich teilweise von traditionellen Refinanzierungsberechnungen mittels des tatsächlichen Mietertrages ablösen und trotz Mietpreisbremse mehr auf die zukünftige Entwicklung des Mietniveaus spekulieren. Vor allem in Mitte war die Preissteigerung mit 25,9 Prozent auf 1.700 €/qm Wohn-/Nutzfläche in Standardlagen und 20 Prozent auf 2.400 €/qm Wohn-/Nutzfläche in Vorzugslagen erheblich (Schwerpunktkaufpreise für Wohn- und Geschäftshäuser ab 12 WE) Spitzenreiter bleibt jedoch Charlottenburg-Wilmersdorf mit Schwerpunktpreisen von 1.800 €/qm in Standardlagen beziehungsweise 2.500 €/qm in Vorzugslagen.

Berliner Umland im Aufwind
Die brandenburgischen Städte und Gemeinden im Berliner Umland profitieren stark vom Angebotsmangel und den stark gestiegenen Kaufpreisen in der Hauptstadt. Die Grundstücks- und Hauskaufpreise sind nahezu flächendeckend um fünf bis zehn Prozent gestiegen. Besonders nachgefragt werden Wohnlagen im Umkreis von rund einem Kilometer um die S- und Regionalbahnhöfe. Spürbar ist dies vor allem an der wachsenden Zahl neugebauter Ein- und Zweifamilienhäuser. Aber auch Grundstücke mit einer guten Anbindung an den neuen Hauptstadtflughafen BER sind beliebt. Die zahlreich durchgeführten Schallschutzmaßnahmen werten die Wohnlagen auf und führen zu weiteren Preissteigerungen.

Auch der Immobilienmarkt der brandenburgischen Landeshauptstadt ist ungebrochen im Aufwind. Ein- und Zweifamilienhäuser werden teurer. Die Preise liegen mittlerweile zwischen 200.000 € in einfachen und 430.000 € in sehr guten Lagen. Ebenfalls nach oben geht es im Mietmarkt. In mittleren bis guten Wohnlagen stiegen die Wohnungsmieten um rund sechs Prozent auf 9 €/qm Wohnfläche. Die Spitzenmieten bleiben hingegen stabil bei 11,50 €/qm.

Ausblick: Berliner Senat muss gestalten statt verwalten
Berlins rasantes Bevölkerungswachstum hat eine Nachfragewelle ausgelöst, die durch den Markt nicht mehr in jeder Lage flächendeckend bedient werden kann. Hält diese Entwicklung an, kennen die Preise in allen Immobilienteilmärkten nur den Weg nach oben. „Der Berliner Senat muss endlich handeln, das reine Verwalten der Metropole reicht nicht aus. Die Hauptstadt braucht Neubau – in allen Lagen und Ausstattungsklassen“, sagt Dirk Wohltorf. Der Vorstandsvorsitzende des IVD Berlin-Brandenburg betont, dass flexible Förderprogramme für den Wohnungsneubau und ein attraktiver Infrastrukturausbau bisher weniger beachteter Bezirke auf der Tagesordnung stehen sollten. Wohltorf: „Gesetze, wie die Mietpreisbremse, jetzt womöglich in einer fatalen zweiten Runde zur Vollbremsung des Marktes ausgebaut, werden nicht Teil der Lösung sein. Probleme, die das Marktungleichgewicht mit sich bringt, werden so intensiviert und verlängert. Auch der dauerhaften Erhöhung der „Strafsteuer“ für den Eigentumserwerb, Grunderwerbsteuer genannt, muss Einhalt geboten werden. Der IVD Berlin-Brandenburg fordert beispielsweise die Befreiung von Selbstnutzern beim Erstkauf, um mehr Anreize für den Eigentumserwerb zu setzen. Berlin braucht Mut zur Gestaltung. Dass der Senat dazu in der Lage ist, muss er jetzt beweisen.“

Quelle: Online-Redaktion: Immobilienverband Deutschland IVD Verband der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen Region Berlin Brandenburg e.V. Knesebeck – straße 59 -61 10719 Berlin Tel: 030-897 353 64 Fax: 030-897 353 68 E-Mail: info@ivd-berlin-branden-burg.de Internet: http://www.ivd-berlin-brandenburg.de Vereinsregister – Nr: 23688 B Amtsgericht Berlin – Charlottenburg vertr. d. d. Vorstandsvorsitzenden Dirk Wohltorf IVD.

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