Die Hecke, der Zaun: Wer sich mit dem Nachbarn nicht einig ist

Rechtsprobleme an der Gartengrenze – fast ein Dauerbrenner. Wie hoch darf die Hecke des Nachbarn sein, wer muss den Zaun streichen, wie dicht darf der Baum stehen usw. usw. ? An diesen Fragen ist schon so manche gute Nachbarschaft zerbrochen. Und zu häufig müssen die Gerichte über solche Streitfragen entscheiden.

Wer hat Recht?
Unter Nachbarn sollte man möglichst überhaupt nicht fragen, wer im Recht ist. Das Leben nebeneinander ist im Allgemeinen nur dann erträglich, wenn zwischen den Nachbarn ein gutes und persönliches Verhältnis besteht. Das erfordert allerdings eine angemessene gegenseitige Rücksichtnahme und Verständigung. Wer auf seinem Recht beharrt, wird sich mit seinem Anwalt und dem Einsatz von Kosten vielleicht irgendwann durchsetzen, aber in der Zukunft oft wenig Freude daran haben.

Deshalb sollte eine bewährte Regel eingehalten werden: Wenn Sie etwas im Garten Ihres Nachbarn stört, sprechen Sie ihn doch einfach an. Unter einsichtigen Nachbarn lassen sich oft vernünftige Lösungen finden. Lieber sollte man einmal auf ein Recht, das Ihnen das Gesetz gibt, verzichten. So kann eher erwarten werden, dass auch der Nachbar Ihren Wünschen entgegenkommt. Gesetze und Verordnungen sollten erst dann herangezogen werden, wenn das Nachbarproblem sehr groß ist und es auch keine Alternative gibt. Viele Probleme lassen sich jedoch schon durch ein Blick in das sogenannte Nachbarschaftsgesetz lösen.

Das Nachbarrechtsgesetz ist Teil des Sachenrechts.
Es besteht aus allen Rechtsnormen, die das grundsätzliche Recht des Eigentümers, mit der Sache nach Belieben zu verfahren und jeden Dritten von jeder Einwirkung auszuschließen, mit Rücksicht auf die benachbarte Lage von Grundstücken und die deshalb unvermeidlichen wechselseitigen Beeinträchtigungen einschränken. Wer sich mit seinem Nachbarn nicht einig ist, sollte sich als erstes mit dem Berliner Nachbarrechtsgesetz (NachbG Bln) vertraut machen, ehe neben Nerven auch noch Kosten investiert werden.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem speziellen Nachbarrecht um Landesrecht handelt und es daher je nach Bundesland unterschiedliche Regelungen und somit auch unterschiedliche Rechtsprechung gibt.

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